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MOS Konzept

Übersicht

Die Herausforderung

Die Herausforderung
für unsere Schule

Die Montessori Fachoberschule München (kurz MOS München) sieht sich als eine Alternative zum staatlichen Schulsystem, um die Vielfalt der deutschen Schullandschaft zu vergrößern.

Wir sind die Sekundarstufe II von 15 reformorientierten Montessori-Grund- und Mittelschulen in und um München und der Ernst-Barlach-Schulen GmbH, in denen die Lernenden länger gemeinsam lernen können – ohne wie in Bayern ansonsten üblich, nach der 4. Klasse selektiert zu werden. Bis zur 10. Klasse können die Schüler*innen in jahrgangs- und leistungsgemischten z.T. auch in integrativen Klassen ohne Notendruck lernen.

Keine Noten

Keine Noten

In der MOS München vergeben wir ebenfalls keine Noten, da wir überzeugt sind, dass Noten als Leistungsbewertungssystem nicht förderlich sind. Die Leistungsrückmeldung wird ausschließlich als Feedback gegeben, welches natürlich auch „notenrelevant“ ist, damit die Lernenden zu jeder Zeit wissen, wie ihre Leistung unter Prüfungsbedingungen bewertet werden würde. www.eine-schule.de/warum-keine-noten

Die Erkenntnis, dass jedes Kind gerne lernt, ist für uns ein Leitmotiv und so begegnen wir auch unseren Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Ziffernoten hindern in der Regel die intrinsische Motivation, welche Kinder von Natur aus besitzen – die aber oft im frühen Grundschulalter durch die „Noten-Konditionierung“ nach und nach verdrängt wird.

Unsere große Herausforderung ist es, die intrinsische Motivation im Jugendalter mit dem staatlich vorgegebenen Fächerkanon und der Prüfungsstruktur zusammenzubringen.

Unsere Feedbackstruktur mit den individuellen Feedbackgesprächen, die das Notenzeugnis ersetzt, erreicht beides: eine Leistungseinschätzung, die gleichzeitig förderlich ist.

Das Feedbackprotokoll (anstatt eines Notenzeugnisses) beinhaltet eigene Kategorien der Leistungseinschätzung:

Inhaltliche Leistung:

„Produkt“

„Produkt“

Dieses Kriterium beinhaltet: z.B. Lernplanarbeit, Handouts, Aufsätze, Plakate, Modelle, eigene Lernmaterialien (wie z.B. Zeitleisten), Lernfilme, Selbsteinschätzungstests, praktische Arbeitsaufträge in Darstellung, Projektarbeit, etc.

Inhaltliche Leistung:

„Präsentation“

„Präsentation“

Dieses Kriterium beinhaltet: z.B. Referate, Präsentationen, group-discussions, mündliche und praktische Beteiligung, gegenseitige mündliche Prüfungssimulationen, Performance, Lernspiele, Experimente, etc.

Fachliche Leistung:

„Prüfungen“

„Prüfungen“

Dieses Kriterium beinhaltet: alle schriftlichen und mündlichen Tests in der Test-Phase, sowie das Vorabitur (11. Klasse) und das Probe-Abitur (12. Klasse). Die Tests können von der Lehrperson, aber auch von Lernenden begutachtet bzw. korrigiert und eingeschätzt werden.

Methodische Leistung:

„Portfolio“

„Portfolio“

Dieses Kriterium beinhaltet: Ordnung im Material bzw. Ordner, langfristige Prüfungsvorbereitung, eigene Lernmaterialien (wie z.B. Lernkarten), etc. Diese dienen als Grundlage zur Einschätzung des individuellen Leistungsstands.

Soziale Leistung:

„Arbeitsverhalten“

„Arbeitsverhalten“
(persönliches Lernverhalten)

Dieses Kriterium beinhaltet: Verbindlichkeit (Abgabetermin, Pünktlichkeit), Selbsteinschätzung, Kritikfähigkeit, Bereitschaft zur Konfliktlösung, Team-Fähigkeit, Achtsamkeit mit Materialien, Konzentrationsfähigkeit, Anwendung von Lernstrategien.

Die Selbsteinschätzung der Schüler*innen und die Feedbacks an die Lehrpersonen sind bei den Feedbackgesprächen ein wichtiges Element. Sie werden schriftlich in den Feedbackprotokollen dokumentiert.

Unser Motto:

Let ́s create a world people want to be a part of

Let ́s create a world people want to be a part of

prägt die Schulatmosphäre – das gegenseitige Vertrauen, der Respekt, die Begegnung auf Augenhöhe – bedingt, dass junge Menschen zum großen Teil gerne in die Schule kommen, um sich dann der Herausforderung des Lernens zu stellen. Das angstfreie Lernklima (befreit von Stehgreif-, Abfrage- und Notenangst) fördert ihre Lernbereitschaft – auch in den Fächern, wo ihre Präferenz nicht liegt.

Wir wollen diese Pädagogik für möglichst viele Lernende zur Verfügung stellen – was uns als private Schule relativ gut gelingt. Der bayerische Staat erstattet die Personalkosten, sowie die Unterrichtsstunden, die laut Stundentafel erteilt werden. Die monatlichen Schulgelder werden für die Finanzierung aller weiteren Kosten, wie z.B. Miete des Schulgebäudes, Ausstattung der Klassenzimmer, allgemeine Verwaltungskosten verwendet.

Durch das Solidaritätsprinzip konnten wir bislang auch alle Schüler*innen aufnehmen, die in einer finanziell eingeschränkten Situation waren.

Z.B. bekommen alle Absolventen der SchlaU-Schule (schulanaloger Unterricht für unbegleitete Geflüchtete, www.schlau-schule.de) auf der MOS eine Schulplatzgarantie mit einem freien Schulplatz. Auch andere Familien können eine Schulgeldreduktion bei Bedarf beantragen.

Studierzeit

Studierzeit

Die Studierzeit hat sich aus der „Freiarbeit“ entwickelt, die auf Montessori Grund- und Mittelschulen ein wesentliches Element der Pädagogik darstellt. Die Freiarbeit kann als eine Unterrichtsform bezeichnet werden, in welcher die Schüler*innen aus einem differenzierten Lernangebot den Gegenstand ihrer Tätigkeit, die Ziele, die Sozialform, sowie die Zeit, die sie auf den gewählten Aufgabenbereich verwenden wollen, so weit wie möglich selbst bestimmen können.

Die Schüler*innen sollen sich frei im Raum, im Schulhaus und darüber hinaus im gesamten Schulgelände bewegen können, um aktiv Kontakt mit anderen Mitschüler*innen aufzunehmen, oder um sich helfen zu lassen bzw. selbst zu helfen.

In der MOS München wurde von einigen Fächern jeweils eine Stunde aus dem Unterrichtskontingent herausgenommen, damit die Fachlehrer*innen während der Studierzeit den Schüler*innen helfend zur Seite stehen können. Anhand des Studierzeit-Stundenplans können die Schüler*innen zusätzlich zum fachgebundenen Unterrichtsangebot individuell ihre Studierzeiten auswählen. Dabei steht es ihnen frei, die Lehrkraft, das Fach, den Raum und die Sozialform des Lernens zu wählen.

Die Studierzeiten finden in den ersten zwei Stunden und in den Nachmittagsstunden statt, damit wir dem Bio-Rhythmus der Jugendlichen gerecht werden können. Die Ankunftszeit der Schüler*innen ist damit ebenfalls flexibel gestaltet.

Lernplan

Lernplan

Der Lernplan ist in drei Schulphasen (Trimester) eingeteilt und konkretisiert die Themen des Jahresplans (vergleichbar zu einem Vorlesungsverzeichnis). Dabei soll beachtet werden, dass

  • eine gewisse Wahl der Arbeitsaufträge möglich ist,
  • Klarheit für die Verbindlichkeit der Unterrichtseinheiten und Arbeitsaufträgen herrscht
  • und die Transparenz der Feedback-Bewertungen gewährleistet ist.

Der Lernplan soll in erster Linie die Selbstständigkeit fördern. D.h. die Schüler*innen wissen zu jeder Zeit, wo sie stehen und was sie lernen, erarbeiten bzw. nachholen müssen.

Die Schüler*innen erkennen am Lehrplan, welche Einheiten/Arbeitsaufträge verpflichtend und welche freiwillig sind und wie sie die verpassten Einheiten nachholen können.

Digitale Umgebung

Digitale Umgebung

Wir verstehen die digitale Umgebung als einen Teil der vorbereiteten Umgebung, die darüber hinaus die Lehrpersonen, den Fachraum und die Materialien miteinschließt. (Mehr Info: https://www.montessoribayern.de/landesverband/paedagogik/m-paedagogik-die-bereiche/die-vorbereitete-umgebung)

Dabei nimmt die Schulung der digitalen Kompetenzen von Lehrer*innen und Schüler*innen an der MOS eine zentrale Stellung ein.

Digitaler Materialtausch

Wir setzen in Zeiten des Präsenz- und Onlineunterrichts insbesondere auf ein eigenes Cloudsystem, die „moswolke“, um unseren Schüler*innen Lernmaterialien online zur Verfügung zu stellen und auch den Schüler*innen den Austausch von Materialien untereinander zu ermöglichen.

Als Schule setzen wir auch zunehmend auf eigene Erklärvideos zu verschiedenen Themen, die wir auf einer geschützten Video-Plattform präsentieren.

Auch auf die Plattform Mebis mit ihrem integriertem Kurssystem und dem Prüfungsportal (Bildungsplattform bayrischer Schulen, www.mebis.bayern.de) haben unsere Schüler*innen Zugriff.

Distanzunterricht

Der Distanzunterricht basiert neben dem digitalen Lernmaterial insbesondere auf dem „digitalen Stundenplan“, welcher den normalen Stundenplan mithilfe von Videokonferenzen komplett abbildet. Somit entsteht kein Ausfall von Stunden im Distanzunterricht.

Digitaler Unterricht an der MOS

In allen Unterrichtsräumen ist eine standardisierte digitalisierte Umgebung aufgebaut (PC mit Zugriff auf den eigenen Schulserver und ins Internet, Beamer, Dokumentenkamera). Darüber hinaus sind alle Lehrer*innen mit einem iPad ausgestattet.

An der MOS gibt es zwei Computerräume, welche allen Schüler*innen Zugang zum hauseigenen Schulserver bieten. Außerhalb des Unterrichts können die Computerräume von den Schüler*innen für Recherche und andere schulische Arbeiten genutzt werden. Außerdem gibt es in den Fluren weitere für die Schüler*innen frei zugängliche Recherchearbeitsplätze.

Die Arbeit mit schüler*inneneigenen tablets befindet sich derzeit in der Aufbau- und Experimentierphase. Wir empfehlen unseren Schüler*innen zum jetzigen Zeitpunkt ein eigenes tablet mit Stift für digitale Mitschriften. Eine Teilnahme am Unterricht ist aber auch ohne eigenes Gerät ohne Nachteile möglich.

Digitale Tools in der Verwaltungsarbeit

Wir setzen insbesondere auch in der Verwaltungsarbeit auf digitale Tools wie z.B. das mosportal oder das montetool. Im mosportal können die Schüler*innen online das Eintragen der eigenen Absenzen oder auch der Selbsteinschätzungen bezüglich der Unterrichtsfächer vornehmen. Auch die Elternstunden und die Anmeldeprozesse werden digital verwaltet.

Betreuungsgruppe

Betreuungsgruppe

Alle Schüler*innen sind in einer Betreuungsgruppe innerhalb der Fachrichtung eingeteilt: Diese trifft sich einmal in der Woche zu einer festgelegten und im Stundenplan verankerten Stunde. In der Regel sind diese Betreuungsgruppen jahrgangsübergreifend, damit sich die Schüler*innen aus verschiedenen Jahrgängen näherkommen und gegenseitig unterstützen können.

Betreuungslehrer

Betreuungslehrer
sind verantwortlich für:
  • Die Unterstützung seiner Betreuungs-Schüler*innen, so dass diese die ihrem Leistungsvermögen entsprechenden Ziele während ihrer Zeit an der MOS München erreichen können.
  • Die Kommunikation der betreuten Schüler*innen zu den Mitgliedern des Lehrerteams ihrer Klassen.
  • Die Intervention in Konfliktfällen zwischen Schüler*innen – Lehrer*innen, Schüler*innen – Schüler*innen.
  • Das Zurechtfinden der Schüler*innen in die Abläufe und das Lernen an der MOS.
  • Die Vertrauensbildung der Eltern und Schüler*innen in die MOS.
  • Die Beteiligung der Schüler*innen am kulturellen Leben an der MOS.

Schulpsychologische Beratung, Lern-Coaching und Nachteilsausgleich

Schulpsychologische Beratung, Lern-Coaching und Nachteilsausgleich

Für alle Schüler*innen mit besonderem Betreuungsbedarf haben wir zusätzlich eine wöchentliche Sprechstunde mit einer erfahrenen Psychologin (Schulpsychologische Beratung) und einem Mental-Coach (Lern- Coaching), der ebenfalls die sozialpädagogischen Betreuungen übernimmt. Eine Lehrkraft ist für alle Fragen des Nachteilsausgleichs (Legasthenie oder dauernde Beeinträchtigungen aufgrund eines Krankheitsbildes) zuständig und bietet eine wöchentliche Sprechstunde an.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Die MOS München verpflichtet sich dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe (im Gegensatz zum Prinzip des „survival of the fittest“) in der täglichen schulischen Gemeinschaft.

Darüber hinaus ist die MOS München im überregionalen Schulverbund „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Mitglied.

Seit 2014 kooperieren wir mit der SchlaU-Schule und vergeben Freiplätze für ehemalige SchlaU-Schüler*innen. Aus vielen Ländern der Erde kommen Schüler*innen unserer Schulfamilie und bereichern uns mit ihrem besonderen Hintergrund.

In den letzten Schuljahren hat die Projektgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – bestehend aus Schüler*innen und Lehrpersonen – einige Projekte geplant, organisiert und durchgeführt. Wie z.B.

  • Afghanistan-Abend,
  • Diskussionsforum „Anarchismus“ und „Gender“
  • MOS World Day
  • Fußballturniere mit der SchlaU-Schule
  • Experten-Runden „Islam“, „Buddhismus“, „Sucht“
  • Einladung vom KZ-Zeitzeugen (Max Mannheimer)
  • Ausstellung „Nakba“
  • Diskussionsrunde mit Harald Lesch
  • Lesung über Rassismus in der Geschichte von Loel Zwecker
  • Postwachstums-Ökonom, Niko Paech, hält einen Vortrag über das Leben in der „Überflussgesellschaft“
  • Jürgen Trittin, die Grünen-Ikone und bundesdeutscher Zeitzeuge